Was mich bewegt
Mein Atem versetzt die Stimmbänder und die Luft in den Flöten in Schwingung.
Davon kann ich nie genug kriegen.
Gibt es eine elementarere musikalische Erfahrung als mit dem Atem Töne zu erzeugen?
Da ich meine Stücke häufig aus der endlosen Repetition des Atems entwickle, ergibt sich von selbst eine nahe Beziehung zur Minimal Music: «Andreas Stahel: Flötist und Obertonsänger. Spezialität ist die Kombination von beidem mit Zirkularatmung. Ergebnis ist eine neue Art der Minimalmusik.» Wolfgang Saus, Obertonsänger und Autor des Buches «Oberton singen»
Die Flöten sind eine Verlängerung der Atemwege aus dem Körper in den Raum.
Hände, Atemmuskulatur und Mund sind in Bewegung und inspirieren mich manchmal zu weiteren Bewegungen, die es nicht mehr nur dazu braucht, die Instrumente zu spielen, die aber zur sichtbaren Erweiterung der Musik werden zum Tanz.
Die Atemgeräusche, die Singstimme, die repetitiven Rhythmen und die Bewegungen haben auf den/die ZuhörerIn eine sehr direkte Wirkung: «Eine Mixtur aus Atmen, Singen und Blasen ergibt ein sich wiederholendes Klangmuster, das an Formen der Minimal Music erinnert. Das kam ganz frisch und stark, mit hoher Intensität und für alle überraschend daher.»
Michael Ross, «Flöte aktuell»
Ich glaube, dass ich mit dieser Arbeit einem Ideal am nächsten komme.
Dem Ideal einer Musik, die in sich Gegensätzliches verbindet:
Leichtigkeit und Intensität
Komplexität und Poesie
Einfachheit und Virtuosität
Freiheit und Verbindlichkeit
Kontemplation und Expressivität
Biografie Andreas Stahel (1967)
Nach einem klassischen Musikstudium spielte ich lange Zeit hauptsächlich als improvisierender Musiker in den unterschiedlichsten Besetzungen. Dabei kam es zu vielen prägenden Begegnungen mit Kunstschaffenden aus anderen Sparten wie Tanz, Performance, Malerei, Schauspiel und Lyrik. Eine dieser prägenden Begegnungen war diejenige mit meiner jetzigen Lebenspartnerin , der Tänzerin und Choreografin Ana Tajouiti. Vor allem über die Beschäftigung mit Tanz erhielt Musik für mich eine umfassendere Bedeuteung.
Jahrelang stand für mich auch das Entwickeln und Perfektionieren von neuen Spiel- und Singtechniken im Zentrum: Zirkularatmung, mehrstimmiges Spiel, Obertongesang etc. Ich wollte mir ein möglichst umfangreiches Vokabular an Klängen aneignen, um dieses in Improvisationen einsetzen zu können.
Nach intensiver Auseinandersetzung mit Komposition, zeitgenössischer klassischer Musik, frei improvisierter Musik, Jazz, Obertongesang, Didgeridoospielen, Flamenco und mit Minimal Music verfüge ich heute in meinem Spiel über eine sehr persönliche und breit gefächerte Klangsprache.
«Aus der Kombination von stupender Technik, langjähriger Kompositionserfahrung und sicherem Geschmack kreiert Stahel eine Klangwelt von ungewohnter Schönheit.»
Rainer Fröhlich, Jazz n‘more
«Andreas Stahel hat zu einer Klangsprache gefunden, die ihren Drive aus repetitiven Mustern bezieht und die durch klangliche Vielfarbigkeit besticht: Zuweilen mag man kaum glauben, dass dieser Sound-Kosmos nur von einem Menschen geschaffen wird.»
Tom Gsteiger, St.Galler Tagblatt
Als Komponist und Arrangeur schrieb ich Stücke für diverse klassische Besetzungen, für Big Bands und für Solo-Instrumentalisten in den Stilen zeitgenössische Klassik, Jazz und Minimal Music. Ausserdem komponierte und produzierte ich die Musik für zeitgenössische Tanzaufführungen. Zur Zeit beschränke ich mich hauptsächlich darauf, meine kompositorischen Erfahrungen auf mein eigenes Spiel anzuwenden.